Zeit und Generationen

Zeit und Generationen

Meine Güte schon wieder Juni. Manchmal frage ich mich wo die Zeit geblieben ist. Mein Sohn geht auf die 24 zu und ich in Richtung 50. Auf dem Foto sind 3 Generationen vereint. Meine Großeltern wären 101 Jahre alt geworden. Sie wurden 1920 geboren und haben wirklich viel erlebt.

2 Kriege mussten sie mitmachen, mein Opa war in amerikanischer Gefangenschaft. Er hat über diese Zeit gesprochen als wäre alles eine Party gewesen. Und doch wurde nie so richtig darüber geredet. 10 Jahre war er in Italien und hatte es dort vermutlich besser wie die Gefangenen in Sibirien. Meine Oma hatte Verwundete versorgt und immer auf ihn gewartet. Damals gab es nur die Post, vielleicht mal ein Telefonat. Undenkbar für Heute. Damals musste man Monate auf einen Brief und ein Lebenszeichen hoffen.

Kommunikation ist schnell geworden, sehr schnell. Kaum jemand hat Verständnis, wenn nicht sofort eine Antwort kommt. Und dann noch die vielen Kanäle über die eine Nachricht zu uns finden kann. Und trotzdem ist Kommunikation irgendwie eingeschlafen. Vieleicht hat man sich nichts mehr zusagen, wenn über den Tag ständig eine Whatsapp kommt? Vielleicht blicken wir uns nicht mehr in die Augen weil das Handy interessanter ist?

Ist es nicht unsagbar wichtig sein Gegenüber in die Augen zu Blicken damit Worte und Gedanken auch ankommen? Ist es nicht unsagbar wichtig dem Anderen zuzuhören, ihn oder sie in den Arm zu nehmen?

Worte, Blicke und Umarmungen die von Herzen kommen, die uns berühren, uns gute Gefühle schenken?Ich frag mich öfter wie es früher zuging, ohne Fernsehn, ohne Computer, ohne Handy. Vielleicht sogar ohne Strom. Lesen, Karten spielen, vorm Radio hocken um etwas zu erfahren.

Verabredungen möglich machen, ohne Auto, mit dem Fahrrad alles dran setzen das es klappte sich zu begegnen. Die alte Schule, mit Blumen und netten Begegnungen etwas Größeres entstehen zu lassen, langsam. Mein Opa liebte Marschmusik und Oma Volksmusik, er mochte Kartenspielen, Fußball, Kegeln und Sport im TV, sie Nähen und Handarbeiten.

Heute wünschte ich mir ich hätte mehr gefragt, wie es damals war.

Bist Du wissbegierig und neugierig geblieben?

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